klammer

gestern: Geschichtliches rund um den Kölner Ebertplatz

jahrestage für den 26. Juni :

26.06.1953 Eigelsteintor

Ausstellung "Französische Malerei des 19. und 20.Jahrhunderts" in der Eigelsteintorburg.
Autor:gf | modifiziert am 18.08.2002

Der "Tag des Offenen Denkmals" in Köln ist der äußere Rahmen für eine Führung von ebertplatz.de. Diesmal geht es um die Geschichte der Eisenbahn vor und in Köln. In kurzem Abstand wurden - den immer höher werdenden Ansprüchen folgend - drei Eisenbahnbrücken und vier Bahnhöfe gebaut. Die Führung geht dieser Entwicklung nach, zeigt denkmalwertes und städtebauliche Folgen im aktuellen Stadtbild.

Vom Bahnhof am Thürmchen zum Hauptbahnhof

Nach der ersten Eisenbahnfahrt 1839 vom Bahnhof am Thürmchen entsteht gleichzeitig mit der Domfertigstellung in atemberaubenden Tempo die Infrastruktur für das neue Verkehrsmittel. Das verbreiterte Ufer, drei Eisenbahnbrücken, vier Bahnhofsbauten, zahlreiche miteinander verbundenene Verwaltungsbauten und ihre Nachfolgebauten prägen bis heute den rheinseitigen Rand des Kunibertsviertel.
Der Spaziergang folgt den Spuren dieser Entwicklung vom ersten bis zum heutigen Kölner Hauptbahnhof.

Treffpunkt: Ecke Sedanstraße/Theodor-Heuss-Ring
Sa. 10.09.2016 15 Uhr
So. 11.09.2016 10 Uhr

Das Rheinufer um 1905. - © Sammlung Franke

Das Rheinufer um 1905. © Sammlung Franke

Autor:gf | modifiziert am 05.09.2016 | http://ebertplatz.de/artikel/7560.html

Zum ersten Mal findet der "Tag des offenen Denkmals" 2013 am Samstag und Sonntag statt. Mehr Zeit für die Interessierten, um sich mehr in Ruhe anzusehen. Zu begrüssen ist auch, dass so am Samstag die STEB mit dem "Kronleuchtersaal" teilnehmen kann.

Schwerpunktthema dieses Jahr: "Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?". Das Programm umfasst etwa 400 kostenlose Veranstaltungen an 137 Orten im ganzen Stadtgebiet.
Auch dieses Jahr gibt es wieder eine WebApp der Stadt unter:  www.stadt-koeln.de/tdd13 ex

Hier ein kurze subjektive Liste interessanter Angebote, beginnend mit Eigenwerbung:

 Auf den Spuren untergegangener Klöster, Kirchen und Kapellen im Pfarrsprengel von Sankt Kunibert ex
7. September 2013, Führungen: 15 Uhr; Treffpunkt vor dem Westturm von Sankt Kunibert.
Mit der Besiedlung des nördlichen Stadtteils Niederich, beginnend mit der ersten Stadterweiterung des 12. Jahrhunderts, entwickelt sich zwischen Eigelstein und Johannisstraße eine Vielfalt von kirchlichen Bauten. Die Aufhebung der Klöster und Stifte während der Säkularisation führte zur Umnutzung und letztlich zum Verlust einer potenziellen "Denkmallandschaft".
Auch die Anlage des Bahnhofs und der Nord-Süd-Fahrt verwischten viele Spuren. Heute lassen sich bedeutende Kunstwerke der untergegangenen Einrichtungen in Kirchen und Museen wiederfinden.
Der zweistündige Rundgang durch das Kunibertsviertel wird von Gerd Franke geleitet. Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten gut zu Fuß sein!
Kunibertsklostergasse 2
50668 Köln - Altstadt/Nord

 Hochschule für Musik Köln ex
7. September 2013, 10 bis 14 Uhr
Führungen: 10:30 Uhr; Der Treffpunkt befindet sich am Haupteingang
Hochschule für Musik und Tanz Köln
Unter Krahnenbäumen 87
50668 Köln - Altstadt/Nord

 Basilika Sankt Ursula ex
7. September 2013
10 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr, Führung: 11 Uhr; Der Treffpunkt ist am Hauptportal innen
Sankt Ursula
Ursulaplatz 24
50668 Köln - Altstadt/Nord

 Röhrenbunker Oberlandesgericht ex
7. September 2013
11 bis 15 Uhr, Führungen regelmäßig
Röhrenbunker vor dem Oberlandesgericht
Reichenspergerplatz
50670 Köln - Neustadt/Nord

 Die Fenster von Markus Lüpertz in Sankt Andreas ex
7. September 2013
8 bis 18 Uhr, Führungen: 10:30 Uhr; Treffpunkt am Hauptportal innen
Dominikanerkirche Sankt Andreas
Komödienstraße 4-8
50667 Köln - Altstadt/Nord

 Bürgerzentrum Alte Feuerwache: Bequemes Denkmal? ex
7. September 2013, Führungen: 14 Uhr; Treffpunkt vor dem Info-Büro
Alte Feuerwache
Melchiorstraße 3
50670 Köln - Neustadt/Nord

 Fort X im inneren Festungsring ex
8. September 2013 bis 7. September 2013, Führungen: 11 und 13 Uhr
Fort X
Neusser Wall 33
50670 Köln - Neustadt/Nord

 Kronleuchtersaal ex
7. September 2013
Führungen: 12 bis 17 Uhr (Anmeldung war erforderlich)
Theodor-Heuss-Ring/Ecke Clever Straße
50668 Köln - Neustadt/Nord

 Technik der Seilbahn und Konstruktion der Seilbahnstationen ex
8. September 2013
10 bis 18 Uhr, Führungen: 10, 11:30 und 15:30 Uhr (Anmeldung erwünscht)
Riehler Straße 180
50735 Köln - Riehl

 Hotel Barceló Cologne City Center von Theodor Kelter ex
8. September 2013, 10 bis 18 Uhr, Führungen: 13, 14:30 und 16 Uhr; Treffpunkt ist am Eingang Hohenzollernsaal
Barceló Cologne City Center Hotel
Habsburgerring 9-13
50674 Köln - Neustadt/Süd

 Doppeltriebwagen ET 57 der Köln-Bonner Eisenbahnen, Bahnhof Trankgassenwerft ex
8. September 2013, 11 bis 17 Uhr; Führungen: 11:30 bis 16:30 Uhr stündlich; Treffpunkt befindet sich am Eingang zur großen Halle
Rheinisches Industriebahn-Museum e. V. (RIM)
Longericher Straße (Bahnunterführung)
50739 Köln - Longerich

 Basilika Sankt Kunibert ex
8. September 2013, 13 bis 18 Uhr; Führungen: 13 Uhr; Treffpunkt ist am Kirchenportal innen.
Sankt Kunibert - Pfarrsprengel
Kunibertsklostergasse 2
50668 Köln - Altstadt/Nord

 Bahnhof Belvedere ex 7. September 2013 bis 8. September 2013, 14 bis 18 Uhr; Führungen: 14 und 16 Uhr (Anmeldung erforderlich) Der Bahnhof Belvedere in Müngersdorf ist das ältestes in Originalgestalt erhaltene Bahnhofsgebäude Deutschlands. Errichtet wurde er 1839 am Endpunkt des ersten Teilstücks der Eisenbahnstrecke Köln-Aachen-Antwerpen. Nun konnten neugierige Kölnerinnen und Kölner mit der neuen Dampfeisenbahn vom Kölner Bahnhof "Am Thürmchen" (Anm.: heute An Der Münze) die sieben Kilometer lange Strecke in zehn Minuten bis zum Bahnhof Belvedere in Müngersdorf fahren.
Bahnhof Belvedere
Belvederestraße 147
50933 Köln - Müngersdorf

 Justizgebäude Reichenspergerplatz ex
7. September 2012, 13 bis 18 Uhr, Führungen: 14 Uhr
8. September 2012, 10 bis 18 Uhr, Führungen: 11 und 15 Uhr
Der Treffpunkt ist vor dem Gebäude (bei Regen im Eingangsbereich).
Reichenspergerplatz 1
50670 Köln - Neustadt/Nord

 111 Jahre Agneskirche ex
8. September 2013, 8 bis 20 Uhr; Führungen: 13 Uhr; Treffpunkt am Eingang der Kirche, Neusser Platz.
Neusser Platz 18
50670 Köln - Neustadt/Nord

 Sankt Gertrud - 50 Jahre zwischen Bewunderung und Ablehnung ex
8. September 2013, 9 bis 18 Uhr; Führungen: 14 Uhr
Die Kirche Sankt Gertrud ist für die damals neue Gemeinde Sankt Gertrud an der Krefelder Straße ab 1961 durch das Architekturbüro Gottfried Böhm geplant und gebaut worden. Die Grundsteinlegung wurde am 12. Mai 1963 gefeiert. Seit 1991 ist die ursprünglich eigenständige Gemeinde Sankt Gertrud wieder Teil der Gemeinde von Sankt Agnes, die die Kirche heute als besonderen Ort zur Auseinandersetzung mit der modernen Kultur nutzt. Von Anfang an hat der ambitionierte Kirchenbau des Kölner Architekten die Menschen polarisiert, allerdings häufig erlebt, dass sich anfängliche Ablehnung in tiefste Wertschätzung verwandelte.
Die Geschichte des Baus wird in der Ausstellung "50 Jahre Sankt Gertrud 1963-2013" aufbereitet. Außerdem sind Sie zum Besuch der Kunstausstellung "Isabel Kerkermeier" eingeladen.
Sankt Gertrud
Krefelder Straße 57
50670 Köln - Neustadt/Nord

 Eigelstein Torburg - Geschichte eines Stadttores ex
8. September 2013, Führungen: 12 Uhr; Treffpunkt unter dem Torbogen.
Eigelstein Torburg
50668 Köln - Altstadt/Nord

 Von der Gegenreformation bis zu Rolex: Marzellenstraße ex
8. September 2013, Führungen: 15 Uhr; Treffpunkt vor dem Gebäude An den Dominikanern 2
An der Kreuzung Marzellenstraße/An den Dominikanern treffen mehrere Epochen aufeinander, die die Brüche der Stadtgeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg deutlich machen. Hier wird die Problematik von Zerstörung und Wiederaufbau, von Vergangenheitsbewältigung und Urbanismus deutlich.
An den Dominikanern 2
50667 Köln - Altstadt/Nord

 Hochbunker RWZ am Hauptbahnhof ex
8. September 2013, Führungen: 11 bis 17 Uhr regelmäßig
Direkt neben dem Kölner Hauptbahnhof liegt das heute eindrucksvoll verspiegelte Gebäude der Raiffeisenwarenzentrale. Doch hier verbergen sich nicht nur Büroräume, sondern einer der spektakulärsten Hochbunker in Köln. Konstruiert von Wilhelm Riphahn, wurde das 4.800 Quadratmeter fassende Großbauwerk von Anfang an für eine Nachkriegsnutzung ausgelegt. Das am Hauptbahnhof nicht zu sprengende Gebäude mit (heute zu engen) Rampen sollte als fünfgeschossiges Parkhaus genutzt werden. Zum ersten Mal wird es in diesem Jahr von Uwe Kopp, Georg Ruppert und Jürgen Schneider der Öffentlichkeit zugänglich gemacht (inclusive Lichtbildeinführung).
Breslauer Platz
50667 Köln - Altstadt/Nord

Autor:gf | modifiziert am 05.09.2013 | http://ebertplatz.de/artikel/6783.html

Dem letzten realisierten Abschnitt der von Stadtbaurat H. J. Stübben geplanten Ringstraße kam als "Deutscher Ring" (heute: Ebertplatz und Theodor-Heuss-Ring) mit seiner großzügigen Gestaltung als Abfolge von vier unterschiedlich gestalteten Räumen besondere Bedeutung zu. Die Grünanlagen des Gartendirektors A. Kowallek wurden von seinem Nachfolger Fritz Encke ergänzt.
Kriegszerstörung, Wiederaufbau und "Autogerechte Stadt" haben nur wenige Elemente der Anlagen und der Randbebauung übrig gelassen.

Der Deutsche Ring um 1900. Im Vordergrund der heutige Ebertplatz, hinten links die Einmündung Riehler Straße. - © Sammlung Franke

Der Deutsche Ring um 1900. Im Vordergrund der heutige Ebertplatz, hinten links die Einmündung Riehler Straße. © Sammlung Franke

Termin: 9. September 2012
Führungen: 10 und 17 Uhr

Treffpunkt: an der Nordseite des Theodor-Heuss-Rings/Clever Straße (am "Lottobrunnen")
50668 Köln - Neustadt/Nord

Anfahrt:
Stadtbahn-Linien 5, 12 und 15 (Haltestelle Ebertplatz)
Bus-Linien 140 und 148 (Haltestelle Ebertplatz)

Die Teilnahme ist kostenlos.

Autor:gf | modifiziert am 28.08.2012 | http://ebertplatz.de/artikel/6581.html

Der einstige Kölner Gartendirektor Fritz Encke (1903-1926) ging als überregional bedeutender Förderer des „sozialen Grüns“ und der „Volksparks“ in die Gartenbaugeschichte ein. Anlässlich seines 150. Geburtstages bieten Fortis Colonia, der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz sowie das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen ein umfassendes Programm mit Führungen durch die verschiedenen Kölner Parkanlagen und Grünplätze an. Encke schuf in Köln u. a. zahlreiche Anlagen auf einstigen Fortanlagen und entwickelte so die Vielzahl der für Köln typischen „grünen Forts“.
Encke als Reformator der städtischen Gartenkunst verwirklichte seine sozialen und „volkshygienischen“ Ziele bei der Anlage seiner Grünanlagen der Lage gemäß bald mehr in architektonischen und bald mehr in landschaftlichen Gestaltungen. Seine Kölner Gartenanlagen haben sich bis heute in ihren wesentlichen Grundstrukturen erhalten und stehen inzwischen unter Denkmalschutz.

Eine Anmeldung zu den Führungen ist nicht nötig. Die Führungen sind kostenlos.

Führungen zu Anlagen im Bereich von einstigem Festungsgelände bzw. Festungswerken:

Felsengarten am Fort Deckstein, entstanden 1923 und 1927, Steingarten in einem ehemaligen Graben des Festungswerks Fort VI, sowie Begrünung auf dem übrigen Festungsgelände, Führung: Eva-Hildegard Heidger (RVDL), Treffpunkt: Zugang zum Fort an der Militärringstraße gegenüber der Straße An der Decksteiner Mühle Uhrzeit: 11.00 Uhr.

Rosengarten auf Fort X, entstanden 1919-1920, einzigartige Zieranlage auf der Umwallung von Fort X, Führung: Hans Bohr (ehemaliger Mitarbeiter der Stadt Köln), Treffpunkt Neusser Wall 33 / Eingang zum Fort X gegenüber der Hülchrather Str. Uhrzeit: 12.00 Uhr.

Freiluft- und Gartenarbeitsschule (Freiluga), entstanden 1923, 1925 und 1927/28, Anlage einer für die 1920er Jahre typische biologische Schülerlehranlage im Grünen, Führung: Thomas Hilker (Stadt Köln), Treffpunkt: Belvederestraße / Eingang zur Freiluga (nahe der Eisenbahnlinie) Uhrzeit: 13.00 Uhr.

Volkspark, entstanden 1923-1924, typischer Volkspark mit klaren geometrischen Grundrissen unter Einbeziehung von ehemaligen Festungsteilen, Führung: PD Dr. Petra Sophia Zimmermann, Treffpunkt: Kardorfer Str. auf der Höhe der Bundeswehrfachschule in Nähe der Pingsdorfer Str. Uhrzeit: 13.00 Uhr.

Friedenspark, entstanden 1914-1916, Schmuckanlage auf einem ehemaligem Fort mit zentralem Spielplatz. Höhenunterschiede von Gräben und Wällen wurden gartenarchitektonisch genutzt, Führung: Sylvia Groll (Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur), Treffpunkt: Titusstr. / Oberländerwall Uhrzeit: 14.00 Uhr.

Zwischenwerk XIb, entstanden 1927, Schmuckanlage auf Festungsanlage unter Beibehaltung der ursprünglichen Grundstruktur, Führung: Sigrid Fleischer (ehemalige Mitarbeiterin der Stadt Köln), Treffpunkt: Cottbusser Str. / Berliner Str. Uhrzeit: 15.00 Uhr.

Zwischenwerk VIIIb, entstanden 1927, Schmuckanlage auf dem am vollständigsten erhaltenen Festungswerk des äußeren Festungsringes, heute ein Höhepunkt im Äußeren Grüngürtel, Führung: Dr. Viola von Wahl (Stadt Köln), Treffpunkt: Militärringstr. / Leyboldstr.(Anschlussführung an Führung Mathiaskirchplatz und Bismarcksäule) Uhrzeit: 17.00 Uhr.

Stadiongelände, entstanden 1921-1923, in Grün eingebettete, geometrische Sportanlage für verschiedene Sportarten innerhalb des ehemaligen äußeren Festungsringes, Führung: Stephan von Wahl (RVDL), Treffpunkt: Aachener Str. / Oskar-Rehfeldt-Weg Uhrzeit: 15.00 Uhr.

Von-Sandt-Platz, entstanden 1911/1912, ein noch weitgehend erhaltenes Beispiel der Grünplätze im Bereich der ehemaligen Deutzer Umwallung, Führung: Dr. Henriette Meynen (ehemalige Mitarbeiterin der Stadt Köln), Treffpunkt: Kasemattenstr. / Von-Sandt-Platz Uhrzeit: 14.00 Uhr. Führungen durch sonstige von Encke angelegten Parkanlagen:

Vorgebirgspark, entstanden 1911-1914, im landschaftlichen Stil gehaltener Volkspark mit mehrteiligem, neobarocken Ziergarten, Führung: Dr. Henriette Meynen (ehemalige Mitarbeiterin der Stadt Köln), Treffpunkt: Kierberger Str. / Nauheimer Str. Uhrzeit: 11.00 Uhr.

Stadtwalderweiterung, ältester Teil des Äußeren Grüngürtels, entstanden 1919-1924, volksparkartige Ausgestaltung, Führung: Dr. Rudolf Schmidt (Fortis Colonia), Treffpunkt: Militärring / Friedrich-Schmidt Str. Uhrzeit: 13.00 Uhr.

Humboldtpark, entstanden 1912-1913, multifunktionale, für Encke typische Grünanlage: Stadtgarten mit Spielplatz und Zieranlage, Führung: Wolfgang Krause (ehemaliger Mitarbeiter der Stadt Köln), Treffpunkt: Gremberger Str. / An der Pulvermühle (Im Anschluss Führung durch den Kalker Stadtgarten) Uhrzeit: 14.00 Uhr.

Klettenbergpark, entstanden 1906-1907, in einer ehemaligen Kiesgrube angelegte Parkanlage mit Spazier-, Spiel- und Zieranlage sowie mit typischen Landschaftsausschnitten der näheren Umgebung, Führung: Wolfgang Wegener(RVDL), Treffpunkt: Nassestr./ Siebengebirgsallee Uhrzeit: 15.00 Uhr.

Blücherpark, entstanden 1910-1913, architektonisch entlang einer Symmetrieachse gestalteter Volkspark, Führung: Reinhold Kruse (Stadt Köln), Treffpunkt: Parkgürtel / gegenüber Eingang zu GEW Uhrzeit: 15.00 Uhr.

Kalker Stadtgarten, entstanden 1912, kleines auf einem Restgrundstück angelegtes Grünkleinod, Führung: Wolfgang Krause (ehemaliger Mitarbeiter der Stadt Köln), Treffpunkt: Kalker Hauptstraße (Fortsetzung der Führung durch den Humboldtpark) Uhrzeit: 15.30 Uhr.

Beethovenpark, entstanden: 1924-1926, Volkspark mit im Grundriss geometrisch gestaltetem Auftakt zum weiträumigen Landschaftspark mit seitlich gelegenen Sportflächen, Führung: Friederike Neuburg-Weißbrodt (Stadt Köln), Treffpunkt: Neuenhöfer Allee / Euskirchener Str., 16.00 Uhr. Führungen auf den von Fritz Encke angelegten Grünplätzen.

Die verschieden gestalteten Grünplätze Enckes zeichnen sich durch ihre Multifunktionalität auf kleinstem Raum aus:

Leipziger Platz, entstanden 1905, zu den Straßen weitgehend abgeschlossene, auf die Mitte konzentrierte, relativ großflächige Platzanlage mit verschiedenartigen Zugängen, Führung: Reinhold Kruse (Stadt Köln), Treffpunkt: Leipziger Platz / Blücherstr. / Bülowstr. (anschließend Führung auf dem Erzbergerplatz) Uhrzeit: 10.30 Uhr.

Erzbergerplatz, entstanden 1907/08, langgestreckte schmucke Platzanlage, zu dessen besonderen Reiz die gleichzeitig entstandenen Hausfronten beitragen, Führung: Reinhold Kruse (Stadt Köln), Treffpunkt: Erzbergerplatz / Schillstr. Uhrzeit: 11.30 Uhr.

Asbergplatz (entstanden 1912), Manderscheider Platz (entstanden 1911), Nikolausplatz (entstanden 1912), De-Noel-Platz (entstanden 1904), Lortzingplatz (entstanden 1907/1908), Führung: Alexander Hess, M.A. (RVDL), Treffpunkt: Asbergplatz / Asbergstr. Uhrzeit: 13.00 Uhr.

Mathiaskirchplatz (entstanden 1904), Grünanlage um die Bismarcksäule (entstanden 1903), zwei der ersten platzfüllenden Grünanlagen von Encke, Führung: Dr. Viola von Wahl (Stadt Köln), Treffpunkt: Mathiaskirchplatz / Hebbelstr., (anschließender gemeinsamer Gang durch die Marienburg weiter zum Zwischenwerk VIIIb) Uhrzeit: 15.00 Uhr.

Helmholtzplatz (entstanden 1910), vornehmlich als Spielplatz angelegte, kürzlich sanierte Grünanlage, Führung: Sabine Rauchschwalbe (Stadt Köln), Treffpunkt: Helmholtzstr. / Hospeltstr Uhrzeit: 15.00 Uhr.

Rosenhof, entstanden 1925, Schmuck- und Spielplatzanlage zur Begrünung einer Siedlung der GAG:, Führung: Sabine Rauchschwalbe (Stadt Köln), Treffpunkt: Ahornweg / An den Birken, Uhrzeit: 16.30 Uhr.

Autor:gf | modifiziert am 15.05.2011 | http://ebertplatz.de/artikel/6085.html

Der sechste Band der „Geschichte der Stadt Köln“ beschäftigt sich mit den schwierigen Zeit des Glaubensstreits und des Dreißigjährige Krieg im 17. Jahrhundert. Der Autor, der Würzburger Historiker Hans-Wolfgang Bergerhausen, fasst die für die reichsständige Stadt Köln in politischer wie wirtschaftlich unsichere und belastende Jahrzehnte unter dem Titel „eisernes Zeitalter“ zusammen. Der Herausgeber der Reihe, Professor Werner Eck, bezeichnet sie als Epoche „, in der der allmähliche Niedergang der Stadt einsetzte.“

Das Buch beginnt im Jahr 1610, in dem der jülich-klevische Erbfolgestreit einsetzt. Spanische, Kaiserliche und schwedische Truppen nehmen in den folgenden Jahrzehnten Einfuß auf den Kölner Raum, kaufen in riesigen Mengen Waffen und Nahrung in Köln und marodieren im Kölner Umland, verursachen Hungersnot. Mit der Hinrichtung Gülichs im Jahre 1686 endet das „eiserne Zeitalter“ .

 KSTA: „Macht und Ohnmacht in eiserner Zeit“ ex

Autor:gf | modifiziert am 26.12.2010 | http://ebertplatz.de/artikel/5896.html

Vom Ebertplatz bis zur Bastei führt der Chronist am 12. September durch die Geschichte des ehemaligen „Deutschen Ring": Sicherheitshafen, Bastionen, Rayon, Neustadt, Nord-Süd-Fahrt bis zum Masterplan.

Führungen 10 und 17 Uhr durch Gerd Franke
Treffpunkt: Nördlicher Theodor-Heuss-Ring zwischen dem Weiher und der Clever Straße am 'Lottobrunnen'

Deutscher Ring - die Vollendung der Ringstraße

Der Deutsche Ring um 1900. Im Vordergrund der heutige Ebertplatz, hinten links die Einmündung Riehler Straße. - © Sammlung Franke

Der Deutsche Ring um 1900. Im Vordergrund der heutige Ebertplatz, hinten links die Einmündung Riehler Straße. © Sammlung Franke

Dem letzten realisierten Abschnitt der von Stadtbaurat H. J. Stübben geplanten Ringstraße (ab 1881) kam als "Deutschem Ring" besondere Bedeutung zu. Die großzügige Gestaltung als Abfolge von vier unterschiedlich gestalteten Räumen verzögerte sich durch zahlreiche Probleme, wie etwa die "Hafenfrage" oder durch militärische Belange.
Die von Gartendirektor A. Kowallek ausgeführten Grünanlagen wurden von seinem Nachfolger Fritz Encke ergänzt. Ein Denkmal von Friedrich III. (1903) bildete den würdigen Abschluss am Rhein, bis W. Riphahn mit dem Restaurant "Bastei" (1924) einen neuen zeitgemäßen Akzent setzte. Gravierend sind der Einschnitt durch die Nord-Süd-Fahrt und die Neugestaltung des westlichen Teils (Ebertplatz) in den 1970er Jahren.

 Veranstaltung auf www.stadt-koeln.de ex
 Katalog mit allen Veranstaltungen als PDF ex

Autor:gf | modifiziert am 29.08.2010 | http://ebertplatz.de/artikel/5839.html

Im Rahmen von „Fortis Colonia 2010“ führt der Chronist durch Agnesviertel, Kunibertviertel und Eigelstein.

Spurensuche: mittelalterliche und preußische Befestigungsreste und die städtebauliche Entwicklung
KVB: Haltestelle: Reichenspergerplatz, Ebertplatz
Treffpunkt, Ort: Reichenspergerplatz vor dem Oberlandesgericht
Termin: 11:00 Uhr Sa. 5.6. Juni
Dauer: ca. 2 Stunden, Länge: ca 3 km

Die Wanderung geht durch die Neustadt (Glacis, Sicherheitshafen) zur Bastei und zur Weckschnapp (Kunibertsbastion), am Rheinufer entlang, zu zwei Hochbunkern am Bahnhof, über den Eigelstein zur Eigelsteintorburg. Erläuterungen zum Einfluss militärischer Anlagen auf die städtebauliche Entwicklung.

Referent: Gerd Franke

 Programm von Fortis Colonia 2010 ex
 Verein Fortis Colonia e.V. ex

Autor:gf | modifiziert am 01.06.2010 | http://ebertplatz.de/artikel/5729.html

Auf der Versammlung des Fördervereins stellte sich als weiteres Vorstandsmitglied die ehemalige Stadtkonservatorin Professor Dr. Hiltrud Kier zur Wahl. Sie wird innerhalb des Vorstandes für Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliederwerbung zuständig sein. Vielleicht weckt Sie den Verein, der mit jetzt 351 Mitgliedern noch deutlich unter der Schwelle zur vorzeitig angekündigten "Bürgerbewegung" steht.

 Stadt-Köln: „"Freunde des Historischen Archivs" bestätigen Vorstand“ ex

In Ihrem Bericht sprach Archivleiterin Frau Schmidt-Czaia auch über den Standort für Lesesaal und Ausstellungen. Die Stadt ist in Verhandlungen über eine Immobilie am Heumarkt (südlich des Maritim Hotel), die im Mai von einer Rechtsanwaltskanzlei in Richtung Kranhaus Süd verlassen wurde. Der zuvor als Bibliothek genutzte Raum würde sich hervorragend als Ausstellungsraum, mit seiner vollverglasten Straßenfront auch als Schaufenster, nutzen lassen.

Auch mit den notwendigen Arbeits- und Lagerräumen geht es voran. Archivleiterin Frau Schmidt-Czaia erläuterte eindrucksvoll, dass ein solches Gebäude nahezu alle Bedingungen erfüllen muß, die auch für das zukünftige neue Archivgebäude gelten.

"Der Leiter der städtischen Gebäudewirtschaft, Engelbert Rummel, ist zuversichtlich, dass die Stadt noch in diesem Jahr den Mietvertrag über ein vorübergehendes Domizil für das Kölner Stadtarchiv abschließen kann. Es sei nicht einfach gewesen, in Köln eine geeignete Halle zu finden, die den Anforderungen zum Beispiel hinsichtlich der Klimatechnik gerecht wird. Nach Abschluss des Mietvertrages müsse das Gebäude erst noch hergerichtet werden, bevor es dann vom Archiv etwa fünf bis sechs Monate später übernommen werden könne, erklärte Rummel."

 KR: „Wie ein riesiges Puzzle“ ex

Der Leiter der städtischen Gebäudewirtschaft war auch schon für das eingestürzte Archiv verantwortlich.

Autor:gf | modifiziert am 20.11.2009 | http://ebertplatz.de/artikel/5486.html

Am 3. März 2009 ist das Historische Archiv der Stadt Köln eingestürzt. Zwei junge Menschen im Nachbarhaus wurden in den Tod gerissen. Zeit eine subjektive Bilanz zu ziehen?

Was der interessierte Bürger gelernt hat...

... dass das Unglück die Kölner überhaupt nicht bewegt hat, wie ein Prozent mehr Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl beweist.
... dass man Verantwortung soweit delegieren kann, dass selbst bei einem GAU niemand mehr Verantwortung trägt.
... dass die Branche - Archivare und Historiker - die Betroffenheit der Bürger über das Unglück mit der eigenen Betroffenheit über die Verluste des Archivs verwechselt.
... dass die Branche - Archivare und Historiker - unter sich bleiben will.
... dass nur Professionelle - Studenten, Doktoranden, Wissenschaftler - die erwünschte Klientel eines Archivs sind.
...dass hohe Kostenschätzungen eher die Unterstützungsbereitschaft der Steuerbürger bröckeln lässt.
... dass man die Anpassung an den Stand der Technik und Möblierung unwidersprochen als "Bürgerarchiv" verkaufen kann.
... dass die im eigenen Archiv-Chaos überlebende Lesesaal-Quittung vom letzten Besuch September 2008 einen "Wert" hat.
... dass ein simpler Virus-Infekt den Besuch eines Gebäudes zum Einsturzzeitpunkt verhindern kann.

Auch auf  archivalia ex

Autor:gf | modifiziert am 11.02.2010 | http://ebertplatz.de/artikel/5361.html

In einem Bericht über den Zustand des Gefängnises in Ossendorf erinnert die Kölnische Rundschau an die Sprengung des legendären „Klingelpütz“ vor 40 Jahren.

Der „Klingelpütz“ war in Köln längst das Synonym für „Gefängnis“ geworden, als in Ossendorf ein Neubau errichtet wurde; damals so zeitgemäß modern, wie der Vorgänger zu seiner Bauzeit. So war es auch nicht überraschend, dass der Name „Klingelpütz“ auf den Neubau übertragen wurde.

Heute erinnert der „Klingelpützpark“ an den Standort des alten Zuchthauses.

 KR: „40 Jahre JVA Ossendorf“ ex

Autor:gf | modifiziert am 07.08.2009 | http://ebertplatz.de/artikel/5310.html

Nachdem der Chronist von den 2 Euro pro selbstgemachten Foto im Lesesaal erfahren hatte, hatte er auf die Ausleihe verzichtet und sich auf die Auswertung der Adressbücher verlegt. Genug Material, um für einige Wochen beschäftigt zu sein. Sie ahnen es schon: Der Chronist verdient damit nicht sein Geld.

Seit dem Einsturz des Historischen Archivs forsche ich nun in der Wirtschafts-Bibliothek der IHK-Köln unter vergleichsweise luxuriösen Bedingungen weiter: Modernes Lesegerät mit problemloser direkter Kopiermöglichkeit; Mehrere Objektive stehen zur Auswahl; Neben dem Gerät steht mir ein ganzer Tisch zur Verfügung; Der Arbeitsplatz befindet sich am hellen Eingangsbreich. Die Benutzung ist kostenlos. Die Mitarbeiter sind genauso freundlich und hilfsbereit wie im alten historischen Archiv. Einziger Nachteil: Ich bekomme nur eine Auswahl der Jahrgänge.

Die Unterschiede zum alten Historischen Archiv mag jeder selbst aus der Beschreibung herauslesen.

Zurück zur Eingangsfrage. Nein, eigentlich brauche ich kein neues Archiv! Jedenfalls nicht jetzt und demnächst.

Auch als Kommentar auf:  archiv.twoday.net ex

Autor:gf | modifiziert am 25.07.2009 | http://ebertplatz.de/artikel/5250.html

Einen Flashback erlaubt historischesarchivkoeln.de: ein Foto von 1963 zeigt den noch leeren Standort an der Severinstraße.

Aufgenommen, um die in der Umsetzung befindliche Nord-Süd-Fahrt zu dokumentieren, ist zehn Jahre vor Fertigstellung des „letzten“ Archivbaus deutlich das Baugrundstück zu erkennen:

 www.historischesarchivkoeln.de ex

Am rechten Bildrand, an der Grenze zum unteren Drittel, geräumtes dunkles Grundstück mit Schild und einem parkenden Auto.

Auch auf  Archivalia ex

Autor:gf | modifiziert am 15.02.2010 | http://ebertplatz.de/artikel/5180.html

Die Kölnische Rundschau berichtet von der Mitgliederversammlung der „Historischen Gesellschaft“ und zitiert Oberbürgermeister Schramma:

!= "Öffentlich teilte Schramma den Mitgliedern mit, dass mehr als 80 Prozent des Archivmaterials geborgen seien. Weitere zehn Prozent würden bis Juni aus dem Schutt geholt. Ob sich aber der Aufwand lohne, auch noch den Rest zu bergen, sei „Abwägungssache“. Die Entscheidung falle im Juni. Zuständig ist nach Auskunft des Presseamtes allein der Koordinierungsstab. Derzeit werde der technische Aufwand der weiteren Bergung abgeschätzt. Dabei geht es auch um unterirdisches Sicherungsbauwerk."

Die Zuständigkeit ist also Köln-untypisch schon geklärt. Der Eigentümer läßt den Koordinierungsstab entscheiden. 3 km Archivalien im Grundwasser für die Nachwelt: Historischer Baugrund!

 KR:„Millionen zahlen oder Wissen verlieren?“ ex
 KR: „Rettung lohnt“ ex

auch:  Archivalia ex

Autor:gf | modifiziert am 24.05.2009 | http://ebertplatz.de/artikel/5166.html

Heute fand die erste Mitgliederversammlung des Förderverein des Historischen Archivs Köln nach dem Einsturz statt. Neumitglied OB Schramma hatte einen Saal im Spanischen Bau zu Verfügung stellen lassen, der aber keine ausreichende Bestuhlung aufwies. So konnte die Versammlung erst mit Verzögerung vom Vorstand eröffnet werden.
Vor etwa 70 Mitgliedern - darunter auch Frau Dr. Kier, Herr Dr. Stehkämper, Frau Dr. Meynen und für die Depositare Frau Gruber - zeigte Frau Dr. Bettina Schmidt-Czaia zunächst den Vortrag über die Geschichte, Bestände des Archiv und den aktuellen Stand, den sie im Schnelldurchlauf bereits am Montag im Domforum vorgestellt hatte.
Zur Kooperation mit http://www.historischesarchivkoeln.de merkte sie an, das Projekt werde alsbald möglich vom HASTK übernommen. Zum immer wieder angesprochenen „Bürgerarchiv“ gab es keine neuen Vorstellungen. Die von Ihr dokumentierte Öffnung des Archiv vor dem Einsturz steht in einem gewissen Gegensatz zu den nur 65 Neumitgliedern des Vereins nach dem Einsturz. Zuvor stagnierte die Mitgliederzahl bei ca. 200.
Eine große Mehrheit beschloß, der Verein möge den Rat auffordern, dass noch in dieser Legislaturperiode über den Neubau entschieden werde. Preferierter Standort solle der Gereonshof sein. Aufgrund von Nachfragen wurde erläutert, dass das Archiv dort oberirdisch über Parkuntergeschossen gebaut würde.

Zum Abschluß wurden noch Bilder der Mitarbeiter vom Unglücksort gezeigt, so auch der Blick in den unversehrten Lesesaal und von diesem auf die Rückseite des Schuttberges.

Autor:gf | modifiziert am 23.04.2009 | http://ebertplatz.de/artikel/5123.html

Die Stadt hat eine Marktabfrage gestartet, um alternative Standorte in der Innenstadt für ein neues Historisches Archiv zu finden.

Die Stadt Köln hat über die bisher in Rede stehenden Standorte hinaus eine Marktabfrage für ein neues Historisches Archiv in Köln gestartet. Der neue Standort soll innerstädtisch sein und in einem Umkreis von circa zwei Kilometern um Dom und Hauptbahnhof befinden. Gesucht wird ein neuer Standort, bebaut oder unbebaut, der sich für den Neubau des Historischen Archivs eignet. Angeschrieben wurden jetzt neun große Maklerbüros. Die Koordination der Standortsuche liegt in den Händen der Gebäudewirtschaft der Stadt Köln.

 „Stadt sucht Standorte für neues Historisches Archiv“ ex

Autor:gf | modifiziert am 07.04.2009 | http://ebertplatz.de/artikel/5079.html

Der Bund Deutscher Architekten BDA Köln hatte am 23.03.2009 ins Domforum zum Montagsgespräch über den Einsturz des Historischen Archivs am 3.3.2009 eingeladen.

Das Podiumsgespräch stellte Fragen zum Verhältnis der Kölner Bürger zu ihrer Stadt, ihrer Kultur und ihrem Geist am tragischen Beispiel des Historischen Archivs an die Gäste: Gisela Capitain, Galeristin, Helge Malchow, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Dr. Manfred Osten, Schriftsteller, Prof. Dr. Stefan Polónyi, Tragwerksplaner, Andreas Rossmann, FAZ. Das Podiumsgespräch wurde vom Journalisten Jürgen Keimer moderiert.

Die Leiterin des Historischen Archivs Dr. Bettina Schmidt-Czaia hielt einen einleitenden Vortrag zur aktuellen Situation.

Der Chronist kam leider einige Minuten zu spät. Das Domforum war bereits wegen Überfüllung geschlossen.
Freundlicherweise hat Klaus Graf wp seinen Bericht ( im Original auf:  archiv.twoday.net: „Kölner Stadtarchiv: Auf dem Weg zum Bürgerarchiv?“ ex ) zur Verfügung gestellt. Der Bericht sowie die Kommentare von Klaus Graf sind im Folgenden vollständig wiedergegeben.

Kölner Stadtarchiv: Auf dem Weg zum Bürgerarchiv?

Das BDA-Montagsgespräch  www.arclife.de/arcguide/aktuell/301727.html ex zum Archiveinsturz war eine wirklich spannende Veranstaltung. Glücklicherweise wurde ich kurz vor Beginn noch eingelassen. Wie viele andere in dem überfüllten Domforum hatte ich keinen Sitzplatz, aber das war egal.

Da ich kein Smartphone/Blackberry habe und langsam und schlecht SMS schreibe, habe ich ganz traditionell mitgeschrieben und nicht live getwittert.

In ihrer Einführung "Die städtische Gemeinschaft nach der Katastrophe, Handlungsmaximen für Köln" gaben Prof. Bernd Kniess und Jörg Leeser, BDA Köln Stichworte für die folgende Podiumsdiskussion vor und sparten nicht mit drastischen Formulierungen. Der Einsturz sei keine Naturkatastrophe gewesen, aber nachträglich beobachte man ein unwürdiges Schauspiel, nämlich das Hin- und Herschieben des Schwarzen Peters, eine "organisierte Unverantwortlichkeit". In Köln regiere die Hemdsärmeligkeit, aber das "Kölner Grundgesetz" sei keine Lizenz zum Schludern. Die Bauaufsicht liege bei den bauausführenden Firmen, diese beaufsichtigten sich damit selbst. "Mit der Stadt geht's bergab".

Hochinteressant war angesichts der defizitären Kommunikationspolitik des Historischen Archivs der Stadt Köln nach dem Unglück das Powerpoint-Referat der Archivleiterin Schmidt-Czaia. Abgesehen vom Westfälischen Archivtag war ja so gut wie nichts an Informationen aus dem Archiv selbst an die Fachwelt gegeben worden. Wer nach den bisherigen Schilderungen ihres Auftretens nach dem Unglück erwartet hätte, eine zutiefst gebrochene Frau zu sehen, wurde erfreulich überrascht. Sie machte einen kompetenten und engagierten, ja fast optimistischen Eindruck.

Der Einsturz war die schlimmste Kultutragödie der Stadt, sagte sie. Der Mitarbeiterstab war tagelang traumatisiert. Von einer Minute auf die andere ging die gesamte Kommunikationsinfrastruktur verloren. Es standen für das Abrufen der ca. 1500 Mails pro Tag genau zwei Blackberrys zur Verfügung, ihr eigenes und das ihres Stellvertreters. [Kommentar: Ist es nicht erbärmlich, dass die Stadt Köln so lang gebraucht hat, dem Stadtarchiv eine normale Kommunikationsinfrastruktur zu spendieren und Hilfskräfte z.B. fürs Beantworten der ja auf dem städtischen Server einlaufenden Mails?]

Schmidt-Czaia lobte besonders die Feuerwehr, ihr könne man in Köln wirklich vertrauen. Der Bund habe hinsichtlich des THWs dankenswerterweise zugesagt, dass bis zum Ende der Bergung jede Woche ein frisches THW-Team zur Stelle sein werde.

Schmidt-Czaia gab einen Überblück über die verschiedenen Krisenstäbe, die sich mit der Bewältigung der Katastrophe befassen. Zur "Leitstelle Kulturdezernat" zählen auch alle Abteilungsleiter des Archivs. Einmal wöchentlich trifft sich die "Arbeitsgemeinschaft Fachliche Betreuung und Beratung", in der vor allem Vertreter der Landschaftsverbände, des Landesarchivs und der FH vertreten sind. Stadtintern versucht die "Ämter AG" unbürokratische Verwaltungsabläufe z.B. im Beschaffungswesen zu organisieren.

Die Bergung erfolgt derzeit an drei Bergungsstellen mit drei Bergungsmannschaften. Nur die Feuerwehr darf sich auf dem Schuttkegel bewegen. Archivare nehmen das gefundene Archivgut an, verpacken es und nehmen eine erste Notfallversorgung vor. Was gefriergetrocknet werden müsse, komme in ein Gefrierhaus der Fa. Westmilch. Dem Archiv stehen 3 Restauratorinnen (vor dem Unglück war es eine) zur Verfügung, zwei weitere Stellen sollen geschaffen werden.

Schmidt-Czaia bestätigte, dass man aus unzerstörten Archivräumen 40.000 der 65.000 Pergamenturkunden, die gesamte Dienstbibliothek und sämtliche Fotobestände habe bergen können.

Nachdem die vom Erzbistumsarchiv zur Verfügung gestellten Magazinflächen zur Neige gehen, wolle man eventuell beim Bundesarchiv in St. Augustin und in Brauweiler weiteres Archivgut lagern.

Zur Zukunft des Archivs führte Schmidt-Czaia aus (bzw. war der Präsentation zu entnehmen): An neuen Stellen sollen hinzukommen 2 Restauratoren, 2 Archivare, 1 Archivar gD (gehobener Dienst). Es soll weitere Räume in Deutz für das Archiv übergangsweise geben. Es wird ein externer Gutachter zur fachlichen Begleitung aller Maßnahmen bestellt werden. Sämtliche Findbücher sollen retrodigitalisiert und in eine interne Datenbank, die an allen Standorten für die Mitarbeiter zugänglich sein soll, eingebracht werden [Kommentar: wieso nur eine interne Datenbank, abgesehen von sensiblem Schriftgut - Weimar hat doch auch seine Schadensdatenbank ins Netz gestellt!].

Es sollen Verträge über die Lagerung und Restaurierung des Archivguts geschlossen, Kontakt mit Depositaren und Nachlassgebern aufgenommen werden.

Es gebe nun nicht weniger, sondern mehr Aufgaben, ja geradezu eine Wucht von Aufgaben, zumal schon erste Verwaltungsstellen sich wegen Aktenübernahmen gemeldet haben [Kommentar: Da kann man wirklich nur den Kopf schütteln - haben diese Verwaltungsstellen der Stadt Köln nicht für 5 Cent Verstand?]

Man werde viel retten und rekonstruieren können und daher gebe es keinerlei Abstriche am vor dem Einsturz angemeldeten Raumbedarf. Sie wolle das Archivgut künftig immer in ihrer Nähe wissen. Schmidt-Czaia betonte, man habe sechsmal täglich für Benutzer ausgehoben, bei einem Außenmagazin sei nur eine Aushebung pro Tag möglich. Ein Bürgerarchiv müsse in der Innenstadt sich befinden (Gereonshof?), nicht irgendwo am Stadtrand! Es fiel wieder das Stichwort "Bürgerarchiv", man wolle die pädagogische Bildungsarbeit stärken.

Wohl im Juni werde es ein Expertenhearing NRW geben, bei dem man vielleicht auch über angezeigte Änderungen im Archivgesetz reden werde.

Die vorbereiteten Ausstellungen z.B. zum Hebammenwesen wolle man auf jeden Fall zeigen.

Es soll ein provisorisches Historisches Archiv mit einer Hotline geben, wo man sich über das Archivgut erkundigen könne, und ein digitales Langzeitarchiv. Filme und Digitalisate sollen in einem temporären Lesesaal zur Verfügung stehen [Kommentar: wieso nicht im Internet?]

Es werde für ca. 5 Jahre ein temporäres Restaurierungs- und Digitalisierungszentrum geben.

Wegen der Zusammensetzung von Schnipseln von Archivgut werde es Kontakte zum Fraunhofer-Institut geben [Ergänzender Hinweis:  archiv.twoday.net/stories/102770/ ex ]

Es werde auch einen virtuellen Lesesaal geben, aber der koste "irre viel Geld". [Kommentar: sie müsste sich doch nur an einen bereitstehenden Partner halten, siehe dazu unten]

Jährlich wird ein Kolloquium zu Archiv- und Restaurierungsfragen stattfinden.

Bis zum Archivtag 2012 wird hoffentlich der Neubau bereits teilweise fertiggestellt sein.

Die anschließende Podiumsdiskussion hatte eher einen kulturpolitischen Schwerpunkt, auch wenn das Archivgut verschiedentlich zur Sprache kam. Die souveräne Moderation von Jürgen Keimer fiel positiv auf.

FAZ-Korrpondent Andreas Rossmann beklagte die Geringschätzung der Geschichte in Köln in den vergangenen Jahren, der Einsturz sei die maßlose Strafe dafür.

Auch Galeristin Gisela Capitain, Mitverfasserin des offenen Briefs der Künstler an die Stadt [siehe  archiv.twoday.net/stories/5598012/ ex ] sah die Katastrophe als symbolhaft und symptomatisch für die verfehlte Kulturpolitik der Stadtverwaltung.

Verleger Helge Malchow (Verlag Kiepenheuer & Witsch) wollte nicht in das allgemeine Köln-Bashing einstimmen, wenngleich auch er von einer langen "Blutspur kultureller Peinlichkeiten" sprach. Sein Verlag sei bewusst in Köln geblieben und nicht nach Berlin gezogen, da es gelingen müsse, die deutschen Großstädte als Kulturmetropolen zu erhalten.

Am intensivsten setzte sich der Schriftsteller Dr. Manfred Osten, Autor von „Das geraubte Gedächtnis“, mit der Rolle des Archivs für die Stadt auseinander. Das Unglück sei eine der ganz großen Gedächtniskatastrophen. Als Paradox konstatierte er in Köln eine zunehmende Geschichtsvergessenheit trotz 2000 Jahren Geschichte. Auch Osten sparte nicht mit Kritik, wenn er sich auf Karl Valentin bezog, der einmal sagte: Alle Menschen sind klug, die einen vorher, die anderen nachher. Das gelte aber für die Kölner Funktionseliten nicht. Er wetterte gegen einen "Bologna-Prozess" ohne Herkunftskenntnisse und eine rein ökonomisch akzentuierte Fortschrittsdynamik, eine zur Ideologie geronnene Betriebswirtschaftslehre. "Es gilt das gebrochene Wort", weil man sich nicht mehr an Früheres erinnere.

Ein Außenseiter auf dem Podium war der Tragwerksplaner Prof. Dr. Stefan Polónyi. Er betonte, er hätte ein Bauverfahren mit Grundwassersenkung nicht zugelassen. Spätestens letzten Herbst hätte man die Brunnen abstellen müssen.

In einer zweiten Runde beklagte Malchow die tiefe Kluft zwischen den Kulturverwaltern in der Stadt und den kulturell Tätigen. Sein Verlagsarchiv sei Depositum (und nun im Schutt), aber bis vorgestern hätte es keinerlei Kontaktmöglichkeit mit dem Archiv gegeben. Man dürfe die Depositare und Nachlass-/Vorlassgeber nicht so allein lassen. Eine intensivere Informationspolitik sei dringlich. Ein Rücktritt (im Auge hatte er wohl den Oberbürgermeister) sei ein Zeichen der politischen Hygiene.

Polónyi sagte, die U-Bahn müsse fortgeführt werden, aber es müssten neue Strukturen her. Der Regierungspräsident, von dem man bisher nichts gehört habe, müsse sich einschalten [Kommentar: wer erinnert sich da nicht an den unvergessenen RP Antwerpes?]

Optimismus sei, bemerkte Osten mit Karl Kraus, Mangel an Informationen. Man müsse aber den Wert der Archive vermitteln z.B. auch an Schulklassen [Kommentar: Köln hat m.W. einen Archivpädagogen, aber nur auf halber Stelle]. Zentral sei die sinnliche Wahrnehmung, das Musische. "Sinnliches Ansehen führt zum Ansehen der Dinge".

Capitain beklagte erneut, wie wenig die Stadt den Standortfaktor Kultur begreife. In die gleiche Kerbe hieb Rossmann, gefragt, ob ein "weißer Ritter" in Sicht sei, der Köln aus dem Sumpf ziehen könne. Kultur werde im Kölner Stadtrat geringgeschätzt, auch wenn man sich mit einzelnen Events schmücke. Jemand sagte auch: Erstklassige Chefs holen sich erstklassige Mitarbeiter, zweitklassige Chefs holen sich drittklassige Mitarbeiter.

Auf die Frage der Bergungsdauer sagte Schmidt-Czaia, man komme schneller voran als gedacht. Sie rechne mit 6-9 Monaten. Diese solle man nutzen, unterstrich Polónyi, um eine ganz neue Organisationsstruktur für den U-Bahn-Bau zu etablieren.

Für die allgemeine Diskussion blieb - es war bereits 21 Uhr 20 - nur noch wenig Zeit, und es musste auf die vertiefende, diskursive Veranstaltung „BDA Montagsgespräch - nachgehakt“ am Mittwoch, den 25. März 2009 um 19:00 Uhr im Haus der Architektur Köln, Josef-Haubrich-Hof, 50676 Köln verwiesen werden.

Frau Kier warb für die Freunde des Historischen Archivs, das Archiv brauche jetzt Unterstützung. Das Archiv habe früher 70 Mitarbeiter gehabt, nun 30. Man müsse nun einige Millionen in die Hand nehmen und ihm qualifiziertes Personal verschaffen. Sie plädierte vehement dafür, das Archiv wieder im Gereonskloster unterzubringen. Für das Archiv gebe es aber nur Peanuts. Für das Archiv müsse ebenso viel Geld aufgewendet werden wie für die U-Bahn!

Christiane Haerlin, die knapp dem Inferno entkam und ihr fast fertiges Buch auf ihrem Laptop zurücklassen musste (und glücklicherweise wiederbekam), berichtete von einem bezeichnenden Detail auf der offiziellen Trauerfeier: Die Mitarbeiter des Archivs mussten auf hinteren Plätzen platznehmen, da vorne für Funktionäre der Stadt reserviert war.

Die Frage, ob man denn jemals gedacht habe, das Archiv zu evakuieren, verneinte Schmidt-Czaia. Sie habe sich eine solche Katastrophe überhaupt nicht vorstellen können.

Ein Diskutant prangerte an, der U-Bahn-Bau habe gegen die Haager Konvention zum Schutz der Kulturgüter verstoßen, da U-Bahnen auch militärisch nutzbar seien. Auf die Frage nach einem angeblichen NATO-Bunker unter dem Archiv stellte Schmidt-Czaia richtig, dabei habe es sich um einen in der Bauzeit vorgesehenen kleinen Atomschutzbunker gehandelt. Man habe sich wohl vorgestellt, dass sich dort der Archivleiter und sein Stellvertreter mit den 5-10 wichtigsten Urkunden zurückziehen könnten, um dann nach einem Atomschlag die Kölner Bevölkerung über die Geschichte zu belehren. In dem Bunker habe man das Porzer Stadtarchiv, das man habe übernehmen müssen (ca. 1 km Archivgut), gelagert.

Polónyi betonte, die Probleme des U-Bahnbaus seien beherrschbar. Er selbst hätte allerdings den Tunnel auch aus akkustischen Gründen noch tiefer gelegt. Die Philharmonie habe bei der KVB wegen akkustischer Auswirkungen angefragt, aber keine Antwort bekommen.

Jemand fragte nach der Initiative "Wir retten unser Stadtarchiv". Schmidt-Czaia betonte, der Initiator M. Gahn, den sie noch nicht habe kennenlernen können, verdiene allerhöchsten Dank. Leider könne man die hilfsbereiten Bürger nicht alle gleichzeitig einladen, zumal auch sofort fachliche Restaurierungsentscheidungen getroffen werden müssten. Man solle sich lieber den Freunden des Historischen Archivs anschließen (35 Euro Jahresbeitrag), die jährlich zwei Mitgliederversammlungen veranstalten würden.

KOMMENTAR:

An dieser Stelle hätte ich dann doch noch gern etwas gesagt, aber die Diskussionszeit war um. Wie kann man ernsthaft einen so absolut verschnarchten Club empfehlen, der keinerlei attraktiven Internetauftritt hat und dessen Internetauftritt bis vor kurzem mit keiner Silbe auf die Katstrophe einging:

 www.freunde-des-historischen-archivs.de/ ex

Was da jetzt inzwischen zu lesen ist, ist wirklich eine Frechheit. Ein paar dürre Sätze und die Aufforderung, sich den Flyer als PDF herunterzuladen. Keine Links zu weiterführenden Informationen im Internet, wie sie z.B.

 www.historischesarchivkoeln.de ex

bietet.

Nachdem gestern Abend so viel von der Zukunft des Archivs die Rede war, soll nicht verschwiegen werden, was mir in den Tagen nach dem Unglück unangenehm aufgestoßen ist.

Das Archiv pflegte und pflegt - auch nachdem die erste Trauma-Phase vorüber war - eine völlig unangemessene Informationspolitik (und ließ übrigens auch die Pressestelle der Stadt hängen).

Das Internet - einschließlich Archivalia - wurde vom Archiv nicht genutzt, um die berechtigten Informationsbedürfnisse der Kolleginnen und Kollegen zu befriedigen. Auch ich kam nur spärlich an Informationen heran.

Dann wurde ein Weblog ins Leben gerufen und nach wenigen Tagen wieder abgeschaltet, weil es angeblich nicht autorisiert war - was soll der Mist?, kann man da nur fragen:

 archiv.twoday.net/stories/5591291/ ex  archiv.twoday.net/stories/5578864/#5598286 ex

Es ist doch absolut kontraproduktiv, einen solchen Draht zur "Außenwelt", der bewiesen hat, dass Web 2.0 in Gestalt der Gattung Weblog wenigstens in homöopathischer Dosis an den Riechorganen der Stadtarchivare vorbeigerauscht ist, wieder zu kappen.

Wieso hat man nicht ein Weblog oder eine Internetseite etabliert, mit der man Stimmung für die Aufbauarbeit hätte machen können - durch seriöse umfangreiche tägliche Meldungen, wie wir sie hier versucht haben? Es hätte doch vielleicht unter den 1600 Freiwilligen von Mike Gahn sicher auch ein paar Internetfreaks gegeben, die so etwas mit Zulieferung und nach den Vorgaben des Archivs hätten professionell realisieren können. Das Archiv hätte trotzdem die Fäden in der Hand behalten.

Auf meine Vorstellungen zu einem "Bürgerarchiv" und der unglücklichen Bildrechteäußerung von Schmidt-Czaia sei nur per Link verwiesen:

 archiv.twoday.net/search?q=bürgerarchiv ex
 archiv.twoday.net/stories/5584413/ ex
 archiv.twoday.net/stories/5587193/ ex
 archiv.twoday.net/search?q=bildrechte ex

Es muss auch ganz klar gesagt werden, dass die Tatsache, dass Schmidt-Czaia mit keiner Silbe

 www.historischesarchivkoeln.de ex

erwähnt hat (erinnert sei auch an die extrem irritierende angebliche Beauftragung des Münsteraner Instituts für Städtegeschichte http://archiv.twoday.net/stories/5593600/ ), darauf deutet, dass die Direktorin immer noch nicht begriffen hat, welcher grandiose strategische Partner dieses Projekt für ihre Zukunftsplanungen bedeuten könnte. Dieses Projekt Digitales Historisches Archiv wird unterstützt von den großen Historikerverbänden (Historiker, Kunsthistoriker), dem Berufsverband der Archivarinnen und Archivare VdA usw. Dieses Archiv soll doch FÜR das Historische Archiv realisiert werden und nicht GEGEN es. Voraussetzung ist freilich, dass es Open Access bleibt, dass sich die Stadt Köln von ihrer kleinlichen Abzocke-Mentalität löst, für die ich gerade gestern ein aktuelles Beispiel erfahren habe (ich werde gesondert darüber berichten).

Was vom HAStK während der Restaurierungsarbeiten digitalisiert wird, muss, wenn es öffentlich präsentabel ist (also in der Regel vor 1900 entstanden) in dieses Projekt eingestellt werden und nicht in einen virtuellen Lesesaal, den man womöglich gegen Eintrittsgebühr persönlich in Köln aufsuchen muss.

Das Archiv muss ein digitales Bündnis mit der Öffentlichkeit schließen, sonst wird das Bürgerarchiv nur eine öde volkspädagogische Veranstaltung, bei der das Volk nach dem Muster geriatrischer Geschichtsvereine und Flachware-Präsentationen ("archivische Ausstellung") abgefertigt wird. Hier den Eintritt in den Freundesverein zu empfehlen, ist reiner Hohn.

Köln braucht ein Archiv zum Mitmachen und das heisst heute eben weitgehend auch: Web 2.0. Auch virtuelle Netze führen zu persönlicher nicht-virtueller Interaktion.

Wieso nicht die Freiwilligen von Mike Gahn zu einer Ideenwerkstatt Bürgerarchiv aufrufen? Was erwartet ihr von einem Bürgerarchiv? Was wären eure Wünsche an ein Bürgerarchiv? In welcher Weise könntet ihr euch ehrenamtlich einbringen?

Denn neben der katastrophalen Informationspolitik ist das mein zweiter gravierender Vorwurf an das Archiv: Man hat die Bürgerinnen und Bürger von "Wir retten unser Stadtarchiv" nicht in angemessener Weise einbezogen.

Man sehe dazu die News auf
 www.koelner-stadtarchiv.de/ ex
und die Stellungnahme von Gahn hier:
 archiv.twoday.net/stories/5581498/#5590837 ex

Ich habe hinreichend viele Telefonate und Gespräche zum Thema EVZ geführt, um vertreten zu können, dass es ohne weiteres möglich wäre, vertrauenswürdige externe Helfer ohne Fachkenntnisse einzusetzen. Dass die anfänglichen "Trümmerfrauenvorstellungen" illusorisch sind, dürfte inzwischen fast allen 1600 potentiellen Helfern klar sein. man kann mir nicht erzählen, dass es keine hinreichenden Möglichkeiten gegeben hätte, die Freiwilligen durch entsprechenden Events "bei Laune zu halten", z.B. indem man ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit gegeben hätte in irgendeiner Weise mitzuarbeiten - ob beim Sortieren oder anderweitig. Die Stadt Köln hätte einen Community-Beauftragten/Archivpädagogen für diese Initiative einstellen können, dessen Aufgabe Kommunikation gewesen wäre. Indem man etwa eine Informationsveranstaltung für die Helferinnen und Helfer angeboten hätte. Man hätte - siehe oben "Ideenwerkstatt" - diese engagierten Bürgerinnen und Bürger auch in anderer Weise einsetzen können als im EVZ oder in der Severinstraße.

Es gäbe viele Ideen für ein Mitmach-Archiv, bei dem Bürgerinnen und Bürger ihre Solidarität für das Archiv zum Ausdruck bringen könnten. Aber das ist wohl (noch) nicht gewollt. Was man stattdessen kommuniziert ist ein Archiv von oben herab, das als einzige Partizipationsmöglichkeit die verkalkte Struktur eines honoratiorenverseuchten Fördervereins anbietet. Damit erweist man sich der Krise, die ja immer auch eine Chance ist, nicht wirklich gewachsen.

Klaus Graf

Autor:gf | modifiziert am 31.03.2009 | http://ebertplatz.de/artikel/5069.html

Bei der Berichterstattung über den Einsturz des Kölner Historischen Archiv fällt auf, dass sich die politische Klasse Kölns nicht zeigt. Kein Fraktionsvorsitzender, kein Kulturpolitiker. Wie sieht die Reaktion der Kölner Parteien im Internet aus?

Der Chronist besuchte am sechsten Tag nach Unglück die Webseiten der Kölner Parteien. Das Ergebnis ist erschreckend und lässt für die zukünftige politische Unterstützung des Archivs Schlimmstes befürchten!

Startseite der CDU Köln - ebertplatz.de

Erster Besuch:
Die CDU Kölns stellt den Oberbürgermeister, der in seinem Nach-Karnevalsurlaub gestört die Stadt vor der Weltpresse in Freizeitkleidung repräsentiert. Aber was macht seine Partei? Immerhin verweist der Vorsitzende der Kölner CDU auf das Spendenkonto der Stadt für die direkt Betroffenen und das Konto der Freunde des hist. Archivs. Einen Gag hat man noch auf Lager: Die CDU möchte helfen alte DM-Scheine für diesen Hilfszweck einzusetzen. Sie erinnern sich? Noch zu DM-Zeiten hätte der Neubau des historischen Archivs in Angriff genommen werden müssen. Aber damals war die Bewerbung für die Kulturhauptstadt und Fußball-WM wichtiger. Ein tiefsinniger Gag also.

Startseite der SPD Köln - ebertplatz.de

Zweiter Besuch:
Die SPD Kölns stellt den aussichtsreichsten Oberbürgermeister-Gegenkandidaten. Der Kandidat war früh am Unglücksort und hat eine umfassende Erklärung ins Internet gestellt. Allerdings ist die Überschrift im Verhältnis zum Anlass eine eher peinliche politische Replik auf die ersten Äußerungen des Oberbürgermeisters.

Startseite der Grüne Köln - ebertplatz.de

Dritter Besuch:
Die Grünen Kölns unterstützen den Oberbürgermeister-Gegenkandidaten. Erst auf dem zweiten Blick findet sich eine Stellungnahme der Kölner Abgeordneten im Landtag, Andrea Asch. Frau Asch beschäftigt sich mit der Sicherheit der Baumaßnahmen und die Information der Bevölkerung. Der Oberbürgermeister solle "alle Bürgerinnen und Bürger aufzufordern, gemeinsam an der Rettung der wertvollen Archivbestände zu arbeiten. Viele Kölnerinnen und Kölner sind dazu bereit und hoch motiviert.". Liest sich so, als seien darunter keine Grünen, denn die lokalen Grünen scheint das Geschehen nicht zu beschäftigen.

Startseite der FDP Köln - ebertplatz.de

Vierter Besuch:
Die FDP Kölns stellt einen eigenen Oberbürgermeister-Kandidaten. Die einzige Reaktion auf das Unglück ist oben rechts der Verweis auf eine Stellungnahme des stellvertretenden Vorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Werner Hoyer.
Dr. Hoyer fordert die Unterstützung des Bundes für den drohenden Verlust " von nationaler und europäischer Dimension.". Die eigenen Parteifreunde vor Ort haben dazu nichts zu sagen.

 www.cdu-koeln.de ex
 www.koelnspd.de ex
 www.gruenekoeln.de ex
 www.fdp-koeln.de ex

Autor:gf | modifiziert am 12.03.2009 | http://ebertplatz.de/artikel/5033.html

Da zur Zeit auch eher fragwürdige Initiativen in den Medien genannt werden, möchte der Chronist hier auf den Verein der Freunde des Historischen Archivs, dessen Mitglied er ist, verweisen. Dazu im Wortlaut hier die gemeinsame Erklärung zahlreicher Kölner Vereine und Initativen:

RETTUNGSAKTION FÜR DAS HISTORISCHE ARCHIV DER STADT KÖLN

Köln, 4. März 2009

Gemeinsame Erklärung

Das Historische Archiv der Stadt Köln liegt in Trümmern. In diesen Stunden stehen die Bergung der Vermissten und die rasche Genesung aller Verletzten dieses Unglücks im Vordergrund.
Priorität müssen sodann die Rettungsmaßnahmen für die unwiederbringlichen Archivalien dieses größten und wichtigsten Archivs nördlich der Alpen haben. Die einzigartigen Kunstschätze, Urkunden und sonstigen Dokumente sind uns von den vorangegangenen Generationen überantwortet worden und erfordern nun außergewöhnliche Hilfe.
Zusammen mit den Fachleuten des Archivwesens und den Historikern, Kunsthistorikern, Liturgiehistorikern, Theologen und sonstigen Wissenschaftlern, Bibliothekaren, Schriftstellern und Künstlern, Denkmalpflegern, Architekten und Städtebauern in Köln fordern wir die Stadt Köln auf, ohne Verzug durch die Errichtung eines wirksamen Schutzes über den Trümmern die noch auffindbaren Archivalien zu sichern und so zügig wie möglich zu bergen. Zugleich bitten wir darum, die Stadt Köln seitens des Landes und des Bundes zu unterstützen und so rasch wie möglich Mittel für ein umfassendes und sachkundiges Such- und Restaurierungsvorhaben zuzusagen und auch zeitnah bereitzustellen.
Mit den Bürgern der Stadt Köln in großer Sorge um die historischen Schätze unserer Stadt:

Freunde des historischen Archivs der Stadt Köln
AFR Architektur Forum Rheinland
Aktionsbündnis Stadtbaukultur
Bund Deutscher Architekten BDA Köln
Dekanat Köln-Mitte
DWB Deutscher Werkbund NW
Dombauarchiv
Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek
Förderverein Geschichte in Köln/Zeitschrift „Geschichte in Köln“
Förderverein Romanischer Kirchen
Freunde der Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln
Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde
Gesellschaft zur Förderung eines Hauses und Museums der jüdischen Kultur in Köln
haus der architektur köln hdak
Historische Gesellschaft Köln
Historischer Verein für den Niederrhein
Historisches Archiv des Erzbistums Köln
IHK – Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv
Kunsthistorisches Institut der Universität zu Köln, Abteilung Architekturgeschichte
Kölner Haus und Grundbesitzerverein von 1888
Kölnischer Geschichtsverein
Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz RVDL
Verein zur Förderung von Architektur und Städtebau

Um Spenden wird gebeten:

Spendenkonto: FREUNDE DES HISTORISCHEN ARCHIVS DER STADT KÖLN
Konto-Nr. 19004589 59
BLZ 37050198 bei der Sparkasse KölnBonn
Stichwort: Rettung Historisches Stadtarchiv

Per Adresse: Historische Gesellschaft Köln, Postfach 10 22 51, 50462 Köln, Telefon 0221 5102604, Telefax 0221 5736-203 - E-Mail: sekretariat@koelner-hausundgrund.de

Der Aufruf ist als PDF-Dokument auch im Internet verfügbar:  hdak090304Historisches-Archiv.pdf ex

Autor:gf | modifiziert am 05.03.2009 | http://ebertplatz.de/artikel/5029.html

Heute um 14 Uhr ist das Gebäude des Historische Stadtarchiv in der Severinstraße eingestürzt und hat unschätzbare Werte unter sich begraben.

Was der Bombenkrieg des 2. Weltkriegs nicht geschafft hat, zu Friedenszeiten ist es passiert: 65.000 Urkunden, 104.000 Karten und eine halbe Million Fotos sind beschädigt oder unrettbar zerstört.

Informationen zur Wertschätzung des Archivs und die Rettungsarbeiten auf  archiv.twoday.net ex

Der Chronist hat schon viele Stunden im Lesesaal des Archiv verbracht. Die Vorstellung aus dieser konzentrierten Stille herausgetrieben zu werden und den Einsturz mitzuerleben, ist immer noch unfaßbar!

Für 5 Jahre werden auch unbeschädigte Archivalien nicht einsehbar sein, weil das Archiv erstmal wieder ein neues Haus braucht. Vieles wird verloren sein, anderes Jahrzehnte für die Zuordnung und Restaurierung benötigen.
Damit sind auch die Pläne des Chronisten betroffen: Zur Entwicklung der Eisenbahn vom Bahnhof am Thürmchen bis zum Centralbahnhof, zum Sicherheitshafen, der Neustadtentwicklung, des Deutschen Ring und vieles Andere wird jahrelang keine Quellenrecherche möglich sein!

Autor:gf | modifiziert am 03.05.2009 | http://ebertplatz.de/artikel/5028.html

Die Serie „Köln im Jahre 2008“ versuchte 50 Jahre vorzugreifen. Mondbesiedlung, Allwegbahn und der Hubschrauber als Verkehrsmittel sollten 2008 selbstverständlich sein.

 Visionen von Köln aus dem Jahr 1958 ex
 Auftakt „Köln im Jahre 2008“ ex
 Die Mond-Rakete ist gelandet ex

Autor:gf | modifiziert am 01.11.2008 | http://ebertplatz.de/artikel/4810.html

Deutscher Ring - die Vollendung der Ringstraße

Der Deutsche Ring um 1900. Im Vordergrund der heutige Ebertplatz, hinten links die Einmündung Riehler Straße. - © G. Franke

Der Deutsche Ring um 1900. Im Vordergrund der heutige Ebertplatz, hinten links die Einmündung Riehler Straße. © G. Franke

Dem Deutschen Ring als letztem realisiertem Abschnitt der von Stadtbaurat H.J. Stübben geplanten Ringstraße kam besondere Bedeutung zu. Die großzügige Gestaltung als Abfolge von drei unterschiedlichen Parkanlagen verzögerte sich durch zahlreiche Probleme, wie etwa die "Hafenfrage" oder den notwendigen Erwerb der Kunibertsbastion durch die Stadt. Die von Gartendirektor A. Kowallek ausgeführten Grünanlagen wurden von seinem Nachfolger Fritz Encke mit einem Kinderspielplatz ergänzt. Ein Denkmal von Friedrich III. bildete den würdigen Abschluß zum Rhein, bis Riphahn mit dem Restaurant "Bastei" einen neuen zeitgemäßen Akzent setzte. Die Kriegsfolgen waren nicht gravierend wie der Einschnitt durch die Nord-Süd-Fahrt und in ihrer Folge die Neugestaltung des westlichen Platzes (Ebertplatz).

Führungen 10 und 17.30 Uhr durch Gerd Franke
Treffpunkt: Theodor-Heuss-Ring am 'Lottobrunnen' zwischen Weiher und Clever Straße

Spuren untergegangener Klöster, Kirchen und Kapellen im Pfarrsprengel von St. Kunibert

Die untergangenen Kirchen der Machabäer und Johann-Cordula in der Stadtansicht von Woensam. - © G. Franke

Die untergangenen Kirchen der Machabäer und Johann-Cordula in der Stadtansicht von Woensam. © G. Franke

Mit Einbeziehung des nördlichen Stadtteils Niederich beginnend mit der ersten Stadterweiterung entwickelt sich zwischen Eigelstein und Johannisstraße eine Vielfalt von Kirchenbauten. Die Stadtansicht von Woensam zeigt große Kirchenbauten, von denen nur noch St. Kunibert besteht. Die Aufhebung der Klöster und Stifte während der französischen Besetzung führte bis in die preußische Zeit zur Umnutzung der Gebäude oder Gelände. Die Anlage des Bahnhofs und Nord-Süd-Fahrt nach dem zweiten Weltkrieg verwischten viel Spuren. Heute lassen sich bedeutende Kunstwerke der untergegangenen Kirchen und Klöster in Kirchen und Museen wiederfinden.

Führung 12.30 Uhr (ca. 1,5 Std.) durch Gerd Franke
Treffpunkt: Kunibertsklostergasse 2, vor dem Westturm von St. Kunibert, Köln Altstadt/Nord

Autor:gf | modifiziert am 07.09.2008 | http://ebertplatz.de/artikel/4716.html

Vor 125 Jahren am 7. August 1883 wird bei Leipzig Hans Gustav Bötticher geboren. Seit 1919 schreibt, dichtet und malt er unter dem Pseudonym Joachim Ringelnatz wp.

In den späten zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts besucht Ringelnatz mehrfach Köln und ist von der 1924 fertiggestellten Bastei Wilhelm Riphahn wp so eingenommen, dass er sie in zwei Gedichten erwähnt. Auch wenn „KÖLN VON DER BASTEI GESEHEN“ des Chronisten Liebling ist, soll hier das unbekanntere Gedicht  „Nach kurzer Fahrt getrennt“ ex wiedergegeben werden.
Ringelnatz stirbt am 17. November 1934 in Berlin.

Nach kurzer Fahrt getrennt

Es reimt sich was,
Und es schleimt sich was,
In den Austern im Kölner September.
Ich sitze - und niemand sonst ist dabei -
Vor blinkenden Lichtern in der Bastei,
And I remember.

Heute wird nicht gegeizt,
Wird mit Champagner geheizt,
Für dich söffe ich Tinte.
Paris ist nicht weit von hier.
Könnten wir! - Wollen wir
Uns dort treffen, Lobintte??

Autor:gf | modifiziert am 07.08.2008 | http://ebertplatz.de/artikel/4666.html

Die Anlage von Fritz Encke aus den 1920er Jahren hat eine Basiserneuerung erfahren, die sie wieder als Rosen- und Grüngarten erfahrbar macht.

Barbara Obermaier, die sich schon seit Jahren für die „Alhambra“ einsetzt, berichtet:

„Sie haben es vielleicht schon bemerkt bei einem Rundgang in der "Alhambra". Das Rosengärtchen "Alhambra" erstrahlt wieder in neuem Glanze, ein neuer Anfang in der Pflege ist gemacht. Es freut mich ganz besonders, dass die Anlage eine Basiserneuerung erfahren hat, die die Anlage als Rosen- und Grüngarten erfahrbar macht. Es ist gerade die Neuanlage der Wege, die neuen Kiesbetten, dass der Park als solches erkannt wird. Die Bäume sind geschnitten worden, ebenso die Rosen zurückgestutzt. Nach der Aktion "Kölle putzmunter" schaut die "Alhambra" zudem aufgeräumt und geputzt aus.
Vielen herzlichen Dank an die beteiligten Institutionen, allen voran das Gartenamt der Stadt Köln und die Grün Stiftung, die diesen Neuanfang ermöglicht haben. Die "Alhambra" ist wieder eine Augenweide und Oase geworden! Die Bürger und Besucher werden es danken.
Außerdem wurden bereits vor längerer Zeit die Sportanlagen erneuert, was den dort spielenden Besuchern und Schülern der umliegenden Schule zugute kommen dürfte. Ganz toll!!!“

Was ist weiterhin zu tun?
Die kontinuierliche Pflege der Anlage umfasst weiterhin:
- Aufsammeln von Müll
- Harken und Fegen der Wege
- Beseitigung von Unkraut, Zweigen und Ästen
Darüber hinaus steht noch aus, dass der weiße Holzzaun um den Kinderspielplatz erneuert werden muß.

Autor:gf | modifiziert am 07.05.2008 | http://ebertplatz.de/artikel/4519.html

Die dringend notwendige Erweiterung des Kölnische Stadtmuseum soll von einer privaten Stiftung nach Plänen des Kölner Architekten Hanspeter Kottmair finanziert werden. Das Modell des Entwurfs wurde beim „Herrenessen“ der Freunde des Kölnischen Stadtmuseums offiziell vorgestellt.
Durch den Neubau auf dem jetztigen Parkplatz der Bezirksregierung an den Resten der römischen Stadtmauer würde die Ausstellungsfläche verdoppelt. Der Eingang des Stadtmuseums soll im Zeughaus erfolgen und die enge Straße davor (Komödien- und Zeughausstraße) zu einer Fußgängerzone mit drei Busparkplätzen werden. Zum Ausgleich soll die breite „Burgmauer“ wieder in beide Richtung befahren werden.

Damit erhielte die Stadt ein Museumsgebäude für die umfangreiche Sammlung des Kölnische Stadtmuseum gestiftet, wenn der Rat die vorgestellte Lösung akzeptiert. Während Direktor Schäfke, OB Schramma, Kulturdezernent Georg Quander und die "Freunde des Kölnischen Stadtmuseums" glücklich über die Pläne sind, fordern erste Stimmen aus der Politik einen Architektenwettbewerb.

 KR: „Neubau in Harmonie mit Altbau“ ex
 KR: „Großer Wurf“ ex
 KSTA: „Stifter wollen Museumsbau finanzieren“ ex

Autor:gf | modifiziert am 13.05.2008 | http://ebertplatz.de/artikel/4498.html

Carl Dietmar erinnert im Kölner Stadtanzeiger an die Vorfälle am Oberlandesgericht einen Tag vor dem Boykott aller jüdischen Geschäfte.
Schon Freitag, den 31. 3. 1933, stürmen SA- und SS-Trupps das Justizgebäude am Reichenspergerplatz ep. Jeder der jüdisch aussieht, wird unter Beschimpfungen und Schlägen aus dem Gebäude getrieben.
Auf einem Wagen der Städtischen Müllabfuhr werden prominenteste Richter und Rechtsanwälte, Referendare und Gerichtshelfer in langsamer Fahrt am Dom vorbei, über die Hohe Straße zum Polizeipräsidium gefahren. Dort werden die Männer wieder freigelassen.

IAm 1. April beginnt der angekündigte Boykott jüdischer Geschäfte, Büros, Arztpraxen und Kaufhäusern. SA-Leute beschmieren die Schaufenster mit antisemitischen Parolen und verwehren dem Publikum den Zutritt.

Mit einer Veranstaltung im historischen Treppenhaus des Oberlandesgerichts Köln (Reichenspergerplatz) erinnern am Montag (31. März, 18 Uhr) Juristen des OLG, des Kölner Anwaltvereins sowie Mitglieder der Kölner Synagogengemeinde an das Geschehen vor 75 Jahren.

„Köln, Freitag, 31. 3. 1933 - ein Tag verändert die Kölner Anwaltschaft“ von Louis Peters
2. Auflage, Kölner Anwalt Edition (ISBN 978-3-00-024275-5), 60 S., 10 Euro.

 KSTA: „Keine Solidarität, kein Mitgefühl“ ex
 KSTA: „Juristen gedenken ihrer verfolgten jüdischen Kollegen“ ex

Autor:gf | modifiziert am 19.05.2008 | http://ebertplatz.de/artikel/4449.html

Auch die Schule Blumenthalstraße beteiligte sich in den Sechziger Jahren regelmäßig an den „Schul- und Veedelszöch“, wie dieses Foto beweist.

Der schnelle Blick aus dem Wohnzimmer zum Eingang der geflaggten Schule zeigt die kostümierte Truppe beim Abmarsch gefolgt von einem verkleideten Transporter ( Ford Transit wp ?). Der kleine Cowboy im Vordergrund blickt sich eher skeptisch um.

Ein parkender Ford Taunus 12M wp, der bis 1959 produziert wurde, ist erkennbar. Das Wetter ist sicherlich kalt, denn es liegen Schneereste. Noch ist der „ruhende“ Verkehr einfach zu bewältigen und die Straße in beiden Richtungen befahrbar.

Schule Blumenthalstraße: Aufbruch zum Schulzoch - © gf 2008

Schule Blumenthalstraße: Aufbruch zum Schulzoch © gf 2008

Autor:gf | modifiziert am 30.08.2011 | http://ebertplatz.de/artikel/4303.html

Carl Dietmar erinnert im KSTA an die erste weibliche „Jungfrau“ der Karnevalsgeschichte: Paula Zapf, Näherin in der Domstraße bei Bierbaum-Proenen.

Die NSDAP erzwang für die Session 1938 eine weibliche „Jungfrau“, weil sie in Männer mit Frauenkleidern ein Zeichen für Homosexualität sah. Schon seit 1935 wurden die männlichen Funkenmariechen durch Frauen dargestellt.

Der Zufall spielte Regie als über das 125-jähriges Jubiläum des Kölner Unternehmens Bierbaum-Proenen, den Oberkarnevalisten Liessem und dem Vater die Wahl auf die 19-jährige Paula Zapf fiel. Zunächst mußte sie noch überredet werden, absolvierte dann aber eine überzeugende Session. Paula Zapf starb Mitte 2005.

 KSTA:„Als die Jungfrau ein echtes Mädchen war“ ex

Autor:gf | modifiziert am 12.04.2012 | http://ebertplatz.de/artikel/4297.html

Der Chronist schlägt für den durch die jüngsten Umbauten entstandenen neuen kleinen Platz zwischen Bahndamm, Eigelstein und Maximinenstraße den Namen „Vor Allerheiligen“ vor.

Nachtrag: Aufgrund der allerersten Reaktionen aus der Politik, werde ich diesen Vorschlag nicht mehr verfolgen.

Motivation

Als der kleine Platz vor dem Wartesaal in „Chargesheimerplatz“ getauft wurde, wird den Beteiligten kaum bewußt gewesen sein, dass hier bis zum Bau der großen Bahnhofshalle bereits ein Lupusplatz existierte. Hier stand einst die kleine St. Lupus Kirche, nach deren Abriss auf einem Teil des Geländes ein kleiner Platz freigelassen wurde.
Eigentlich, so fand ich, hätte Chargesheimer einen Platz verdient, der nahe der Arbeiten liegt, die ihn bekanntgemacht haben und nicht Asyl, wo er heute seine Freunde hat. Dieser neue Platz an der Kreuzung Eigelstein ep - Marzellenstraße ep - Maximinenstraße ep hätte besser zu Chargesheimer gepasst: ein Ort der durch die Nord-Süd-Fahrt erst entstanden ist und nahe der Straße Unter Kranenbäumen ep, die er nahezu unsterblich porträtierte.

Diese Überlegungen führten mich zur Frage, ob dieser neue Platz nicht einen treffenden aber auch symbolischen Namen bekommen könnte.

"voir aller Heilighen"

Ein treffender Name ist jener, den diesen Straßenabschnitt - von der Maximinenstraße bis zur Einmündung Machabäerstraße ep - jahrhundertelang trug: "voir aller Heilighen". Er bezog sich auf ein Hospital und Beginenkonvent das 1308 aus einer Stiftung zweier Bürger hervorging. Die kleine Kapelle des Allerheiligenkonvent prägte die Straßenfront im Übergang vom Eigelstein in die Maximinenstraße, zunächst gotisch, dann 1749 erneuert mit Rokkofassade. Nach der Säkularisation ging der Konvent an die Stadt über.
Einzigartig ist eine frühe Fotografie, die den beschrankten Übergang der noch ebenerdigen Bahnstrecke und im Hintergrund die Fassade der Allerheiligenkapelle zeigt. Das Bild suggeriert noch ein friedliches Nebeneinander von Alt und moderner Technologie. Hinter dem Fotografen ist bereits die eine Seite der Maximinenstraße abgerissen und der botanische Garten überbaut worden. Bald wird auch das straßenprägende Allerheiligenkonvent zurückweichen müssen.

"Vor Allerheiligen"

1846 wird durch das Grundstück des Allerheiligenkonvent eine neue Straße zur ebenfalls noch frischen Domstraße durchgeführt. Sie erhält den Namen "Allerheiligenstraße" ep. Das Konvent wird 1875/76 weiter zurückliegend mit 166 Wohnungen neu gebaut. Auch eine neue Kirche wird 1888 im neugotischen Stil freistehend aber nicht mehr an der Straßenfront gebaut. 1937 ist der Konvent noch bezeugt.
Mit dem Bau der Nord-Süd-Fahrt wird die Allerheiligenstraße vom Eigelstein abgetrennt und führt ein isoliertes Leben als Sackgasse an der Domstraße. Auch die Maximinenstraße, einst die stark frequentierte Fortsetzung des Eigelstein, ist nach mehreren Verlegungen durch Bau und Erweiterungen des Hauptbahnhof nur noch eine bezugslose Benennung mit wenigen Adressen. Zwar beginnt die Maximinenstraße noch am Eigelstein, aber sie hat dort keine Bebauung mehr, sieht man vom Bahndamm ab.

So ist der Platz „Vor Allerheiligen“ auch ein symbolischer Name, der nach den entstellenden Eingriffen durch Hauptbahnhof und Nord-Süd-Fahrt einen ortsgeschichtlichen Bezug herstellt und den noch existierenden alten Straßennamen wieder - wie eine Steckfähnchen auf der Karte - einen Schnittpunkt benennt!

Autor:gf | modifiziert am 23.01.2008 | http://ebertplatz.de/artikel/4263.html

Vor 50 Jahren wurde das Stadtmuseum im wiederaufgebauten Zeughaus eröffnet. Geld für die Feier des Jubiläums hat die sonst so feierfreudige Stadt jedoch nicht.

Museumsleiter Schäfke nutzte die Gelegenheit, um ein Beispiel für die Neukonzeption vorzustellen. Eine Stiftung sammelt Geld um den längst überfälligen Erweiterungsbau auf dem angrenzenden Parkplatz der Bezirksregierung zu errichten. Die Sammlung muss für die zukünftig erheblich erweiterte Ausstellung neu inszeniert werden. Diese Neukonzeption muß jetzt schon geplant und mit personeller Kontinuität begleitet werden. Museumsleiter Schäfke erreicht Mitte 2009 die Altersgrenze und Bemühungen der Stadt frühzeitig einen Nachfolger zu suchen sind nicht zu erkennen.

Mit dem Oberthema „Köln als Beispiel und Bühne europäischer Geschichte“ möchte Schäfke die Kölner Geschichte mit Blick auf das europäische Geschehen ausrichten.

Museumsleiter Schäfke nutzte die Gelegenheit, um ein Beispiel für die Einbindung von Monitoren in die Ausstellung vorzustellen.

 KSTA: „Köln als Beispiel für Europa“ ex
 KR: „Ein Bildschirm zwischen Bombentrümmern“ ex

Autor:gf | modifiziert am 11.01.2008 | http://ebertplatz.de/artikel/4237.html

Am 7. Januar 2008 wäre der Leitende Gartenbaudirektor der Aufbaujahre 100 Jahre alt geworden. Seit 1951 verantwortlich für die Wiederbegrünung der Stadt Köln leitete Kurt Schönbohm auch die Bundesgartenschauen von 1957 und 1971 im Rheinpark.

Neben der Wiederherstellung der kriegszerstörten Grünanlagen erfand er die Bepflanzung der Trümmerhügel, legte Spielplätze an und stellte in der kargen Stadt Blumenkübel auf. Ein besonderer Coup gelang im am „Wallrafplatz“ und anderen Orten, wo er erwachsene Platanen, die in der Nähe des Autobahnverteilers nach Bonn standen, umpflanzen ließ.

Schönbohm starb 1997.

(Die KSTA erfindet dazu gleich noch einen „Wallraf-Richartz-Platz“, gemeint ist wohl der „Wallrafplatz“. Immerhin gibt es damit bei Google einen einzigen Treffer, weltweit!)

 KSTA "Ein Gärtner begrünte die Trümmer" ex
 KR "Ein Anwalt des Grüns" ex

Autor:gf | modifiziert am 30.11.2008 | http://ebertplatz.de/artikel/4225.html